Roland Kaiser hat in seinem Buch Atempause seine Erfahrungen mit der COPD niedergeschrieben.
Vor neun Jahren habe ich erfahren, dass ich unter COPD leide. Heute genieße ich mein Leben mehr denn je. Ich habe Auftritte, reise herum und stehe mitten im Leben. Manche Menschen überrascht es, dass ich mit meiner Krankheit singen kann, aber die Auftritte geben mir mehr Energie als dass sie mich belasten. Das heißt nicht, dass ich so tue als sei nichts passiert. Natürlich ist die COPD bedrohlich. Wenn die Luft zum Atmen fehlt, kann man leicht in Panik geraten. Ich nehme die Krankheit ernst, aber lasse mich nicht von ihr beherrschen. Manche Menschen verfallen nach der Diagnose in Lethargie und Inaktivität. Aber das ist der falsche Weg. Jeder Mensch hat die Kraft, sich dieser Krankheit zu stellen. Man muss die Kraft nur wecken.
Die Diagnose hat mein Leben verändert. Ich habe alte Lebensgewohnheiten komplett aufgegeben und mein Leben neu ausgerichtet. Ich mache regelmäßig Sport, lebe bewusster und vor allem – langsamer. Meine Erfahrungen mit der COPD habe ich in einem Buch niedergeschrieben. Ein Kapitel heißt „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich heute zwar langsamer bin, aber trotzdem schneller ans Ziel komme. Ich lasse mich einfach nicht mehr so leicht von meinen Zielen ablenken.
Manche Menschen empfehlen mir spezielle Tees oder andere Heilmittel gegen die Erkrankung. Das ist gut gemeint, aber der Schlüssel zu der Krankheit liegt meiner Ansicht nach in der Schulmedizin und Forschung. Das Engagement der Wissenschaftler beeindruckt mich. Sie erforschen die Ursachen der COPD und suchen nach neuen Therapiemöglichkeiten. Ich finde, wir sollten alles tun, um sie dabei zu unterstützen. Ein großes Ziel ist die Regeneration von Lungengewebe. Sollte dieses Ziel eines Tages erreicht sein, könnten Millionen von COPD-Patienten wieder aufatmen.

Die Stiftung AtemWeg unterstützt den Deutschen Lungentag 2012 am 28. Juni.
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