Chronische Lungenerkrankung bei Frühchen behandeln

Neue Forschungsergebnisse machen gezielte Erkennung und individuelle Behandlung der kleinen Patienten möglich.

 

Wird ein Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren, spricht man von einer Frühgeburt. Frühchen wiegen in der Regel deutlich weniger als 2.500 g, meist sogar unter 1.000 g. In Deutschland werden jährlich ca. 60.000 Kinder zur früh geboren. Da die Lunge erst ab der 34. schwangerschaftswoche ausgereift ist, haben vor allem die Babies, die mit einem Geburtsgewicht von unter 1.000 g und vor der 32. Schwangerschaftswoche zur welt kommen, mit großen Problemen zu kämpfen.  Die verbreitetste Komplikation ist das so genannte Atemnotsyndrom. Diese Babys müssen künstlich beatmet werden. Die künstliche Sauerstoffzufuhr aber begünstigt die Entstehung der broncho-pulmonalen Dysplasie, eine chronische Lungenerkrkankung, die die Lunge dauerhaft schädigt und im schlimmsten Fall zerstört. Rund 30 Prozent der Frühgeborenen leiden unter BPD, die je nach Schweregrad zu Lungenfunktionsstörungen führt, die bis ins Erwachsenenalter reichen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.

„Bis jetzt kann nur sehr spät und wenig differenziert diagnostiziert werden, welches Baby die Lungenerkrankung entwickelt und welches nicht," berichtet Privatdozentin Dr. Anne Hilgendorff, die auch von der Stiftung Atemweg unterstützt wird. Sie leitet die Arbeitsgruppe „Mechanismen der chronischen Lungenerkrankung bei Neugeborenen“ am Institut für Lungenbiologie (ILBD) und am Comprehensive Pneumology Center (CPC) des Helmholtz Zentrums München. Außerdem ist sie Direktorin des Zentrums zur Nachsorge von Früh- und Risikoneugeborenen am Klinikum der Universität München. Hilgendorff: "Spezifische Möglichkeiten zur Beurteilung struktureller Veränderungen der Lungen unter Vermeidung schädlicher Strahlung fehlten bislang, was die individualisierte Behandlung und Nachbeobachtung erschwert hat." Ein neues MRT-Protokoll könne diese Lücke jetzt schließen.

„Wir haben mit unserem Wissenschaftsteam in enger Zusammenarbeit mit unseren Kollegen im Perinatalzentrum der LMU sowie der Klinik für Radiologie die Untersuchung von 61 Frühgeborenen ausgewertet“, berichtet Dr. Kai Förster aus Hilgendorffs Arbeitsgruppe. Alle kleinen Studienteilnehmer waren vor der 32. Schwangerschaftswoche auf die Welt gekommen. Sie atmeten während der Untersuchung, die nahe am Geburtstermin stattfand bereits selbst und konnten im Spontanschlaf im Magnetresonanztomografen (MRT) untersucht werden. Bei der statistischen Auswertung der Bildgebungsdaten zusammen mit dem Institut für Computational Biology (ICB) am Helmholtz Zentrum München gaben erhöhte T2- und erniedrigte T1-Relaxationszeiten im MRT Hinweise auf das Vorliegen einer Bronchopulmonale Dysplasie. „Unsere Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt in Richtung einer verbesserten, bildgebenden Phänotypisierung von Säuglingen mit Krankheitsrisiko“, kommentiert Hilgendorff. „Damit werden in Zukunft individuelle Behandlungs- und Überwachungsstrategien möglich.“ Sie betont, es sei nun wichtig, dass große Perinatalzentren diese Methode einsetzten und gemeinsam auswerteten, um mögliche Subtypen der Bronchopulmonalen Dysplasie zu identifizieren.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.cpc-munich.de

 

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