Editorial
Liebe Leserinnen,
liebe Leser,
wir freuen uns, Ihnen auch in dieser Ausgabe unserer AtemPause Spannendes aus unserer Stiftungsarbeit berichten zu können und sind dankbar, dass wir vor allem durch Ihr Engagement in der Lage sind, Betroffenen in ihrer schwierigen Situation Hilfestellung anzubieten, Forschungsarbeiten zu unterstützen und öffentliche Aufmerksamkeit für die Lunge zu erzeugen. Damit schafft man eine breite Unterstützung für weitere Forschungsarbeiten und trägt schließlich dazu bei, dass immer bessere Therapiemöglichkeiten für die Patienten entwickelt werden. So können wir Lungenkrankheiten eines Tages ihren Schrecken nehmen, Leiden lindern und Betroffenen Hoffnung auf Heilung schenken!
Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre!
Ihre Stiftung AtemWeg
Quicklinks
- Editorial
- Aus Ein Blick in den Körper: Videoreihe zu Lungenerkrankungen online
- Aus der Wissenschaft: Die KI-basierte Bildgebungsplattform für die bessere Verabreichung von Medikamenten
- Investition in die Zunkunft Stiftungsvorstand bewilligt neue Förderprojekte
- Aus dem Stiftungsleben - Sponsoring: Unser Beitrag zu mehr Sichtbarkeit
- Aktuelles aus der Wissenschaft Die Rolle des Mikrobioms bei Lungenerkrankungen
- Hilfe für Betroffene: Ratgeber Atemnot
- Ausschreibung: Journalistenpreis der Stiftung Atemweg
Ein faszinierender Blick in den Körper
Ein Blick in den Körper Neue Video-Reihe zu Lungenerkrankungen online
Wie sieht es im Inneren der Lunge aus und was passiert dort bei Lungenerkrankungen? Die neue Video-Reihe des Lungen-informationsdienstes zeigt es! Entstanden ist sie in Kooperation des Lungeninformationsdienstes mit der Stiftung AtemWeg. Lungenerkrankungen zeigen sich durch spezifische Veränderungen – zum Beispiel in den Bronchien, den Lungenbläschen oder dem Lungenzwischengewebe. Die dreidimensionalen Animationen in unserer Video-Reihe veranschaulichen, welche Prozesse im Körperinneren ablaufen. Betroffene und Interessierte können dadurch die komplexen Krankheitsbilder besser verstehen. Außerdem zeigen die Videos, was die gängigen Behandlungsmöglichkeiten in der Lunge bewirken.
Die ersten Videos sind frisch auf dem YouTube-Kanal des Lungeninformationsdienstes erschienen:
Was passiert im Körper bei Lungenfibrose?
Was passiert im Körper bei obstruktiven Lungenkrankheiten wie COPD oder Asthma?
Aktuelles aus der Wissenschaft: Heute forschen. Morgen heilen.
KI-basierte Bildgebungsplattform für die bessere Verabreichung von Medikamenten in der Lunge
Wo genau in der Lunge gelangen inhalierte Medikamente hin? Die Kombination aus hochauflösenden bildgebenden Verfahren und KI ermöglicht tiefgreifende Einblicke in die Lunge und eröffnet neue Möglichkeiten für eine optimierte Inhalationstherapie.
Die Inhalationstherapie ist essenziell für die Behandlung von Lungenerkrankungen – doch die präzise und gezielte Wirkstoffabgabe in der Lunge bleibt eine Herausforderung. Mit LungVis 1.0, einer neuen KI-basierten Bildgebungsplattform, lassen sich Medikamentenverteilung und zelluläre Mechanismen erstmals präzise analysieren. Entwickelt wurde das Tool von Dr. Lin Yang und Dr. Otmar Schmid vom Institut für Lungengesundheit und Immunität (LHI) des Helmholtz Zentrums München, in Kooperation mit Helmholtz Imaging. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zeichnete die Arbeit mit dem Forschungspreis 2025 aus, dotiert mit 10.000 Euro.
LungVis kombiniert KI mit fluoreszierenden Partikeln und moderner Bildgebung, um die Verteilung von inhalierten Medikamenten und Zelltypen in Mäuselungen sichtbar zu machen. Mit dieser Technologie kann man genau erkennen, wie viel Wirkstoff in welche Lungenregion gelangt. Die Verteilung des Medikaments in der Lunge verändert sich je nachdem, wie man einatmet. Um noch zielgerichtetere Inhalationstherapien zu entwickeln, die je nach Krankheitsbild optimiert werden können, ist es entscheidend, diesen Zusammenhang genau zu verstehen.
LungVis ermöglicht eine präzise Vermessung der Atemwege und liefert dadurch neue Erkenntnisse zur Mikroverteilung von Medikamenten in der Lunge. So konnte mit dieser Technologie gezeigt werden, dass sich therapeutische Aerosole nicht nur in den Bifurkationen der oberen Atemwege sehr lokalisiert ablagern, sondern auch in Teilen des tiefen alveolären Bereichs. Diese lokalen Medikamenten-Hotspots lösen sich dann zum größten Teil binnen weniger Stunden auf. Dabei spielen die mukoziliäre Clearance oder die Umverteilung durch Makrophagen eine große Rolle. Ein genaueres Verständnis dieser Vorgänge könnte Inhalationstherapien weiter verbessern. Der Datensatz und das KI-Modell sind offen zugänglich und stoßen auf großes Interesse in der Forschungsgemeinschaft. Zukünftige Versionen sollen das gesamte Lungennetzwerk inklusive Blut- und Lymphgefäßen abbilden und die Wirkung von Medikamenten noch ganzheitlicher analysieren. In der Zukunft soll ein umfassendes LungVis-Ökosystem entstehen, das die Pathologie und Histologie der Lunge vollständig erfassen kann und somit ein bedeutender Schritt für die personalisierte Therapie von Lungenerkrankungen wäre. Die vielversprechenden Ergebnisse aus Mausmodellen, können zumindest teilweise auf den Menschen übertragen werden. An einer Anpassung dieser Technologie für den Menschen wird derzeit gearbeitet.
Investition in die Zukunft: Stiftungsvorstand bewilligt Förderprojekte
Dank zahlreicher großzügiger Spenden konnte der Stiftungsvorstand der Stiftung AtemWeg insgesamt sechs Förderprojekte für das Jahr 2025 bewilligen. Der Focus der Stiftungsaktivitäten liegt auch in diesem Jahr auf vielversprechender Grundlagenforschung im Bereich der schweren chronischen Lungenerkrankungen. Dabei geht es darum, die Mechanismen der Krankheitsentstehung auf molekularer Ebene zu verstehen und letztendlich gezielt therapeutisch ansetzen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt ist immer mehr die Nutzung künstlicher Intelligenz bei der Analyse von Patientenwerten, um beispielsweise akute Verschlechterungen oder Abstoßungsreaktionen nach Lungentransplantationen vorhersagen zu können. So wird man in der Lage sein, frühzeitig eingreifen zu können.
Bei chronischen, nicht heilbaren Lungenerkrankungen wie COPD und Lungenfibrose ist es essentiell für die Lebenserwartung, die Krankheiten früh zu erkennen und zu diagnostizieren, um den Krankheitsverlauf effektiv verlangsamen zu können, was den Patient*innen mehr Lebensqualität und sogar eine höhere Lebenserwartung schenken könnte. Daher fördert die Stiftung AtemWeg auch eine Aufklärungskampagne zur COPD-Awareness gleichzeitig mit einer Ambulanz zur Früherkennung von Lungenkrankheiten am LMU Klinikum München-Großhadern.
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Förderprojekten finden Sie in Kürze unter www.stiftung-atemweg.de
Aktuelles aus der Wissenschaft: Heute forschen. Morgen heilen.
Das Mikrobiom zur Behandlung von Lungenerkrankungen verändern

Forschende experimentieren mit per Nasenspray verabreichten Probiotika (also lebenden Bakterien) für Erkrankungen der oberen Atemwege, ihr Effekt auf die Lunge ist aber noch unklar. An Mäusen gab es bereits Versuche, über aerolisierte Probiotika direkt in das Lungenmikrobiom und die mit ihm verknüpften Immunprozesse einzugreifen.
Ein weiterer Ansatz ist, mit gezielt zugeführten Bakterien die Infektabwehr zu trainieren („trained immunity“) – ähnlich wie bei einer Impfung, die sich aber nicht auf einen spezifischen Erreger bezieht. Ein spanisches Forschungsteam untersuchte, ob sich auf diese Art Kinder vor schweren Hustenattacken mit Atemnot im Rahmen von Atemwegsinfekten schützen lassen. An der Studie nahmen insgesamt 120 Kinder unter drei Jahren teil, die wiederholt unter solchen Attacken litten. Eine Gruppe erhielt als „Immuntraining“ für sechs Monate jeden Tag ein spezielles Präparat mit inaktivierten Bakterien unter die Zunge (sublingual), die andere ein Placebo. Es zeigte sich: Im Vergleich zur Placebogruppe hatten die mit Bakterien behandelten Kindern um 40 Prozent weniger Hustenattacken, diese setzten später ein und verliefen milder.
Darm-Lungen-Achse: Über den Darm die Lunge heilen?
Darm und Lunge hängen zusammen und tauschen permanent Informationen aus. Dabei haben die Bakterien der jeweiligen Organe einen hohen „Gesprächsanteil“: So wandern Bakterien-fragmente und aktivierte Immunzellen über die Blutbahn von der Lunge in den Darm und umgekehrt. Eine Schlüsselrolle spielen auch bakteriell produzierte kurzkettige Fettsäuren, vor allem Acetat, Propionat und Butyrat. Studien zeigen, dass von Darmbakterien hergestellte kurzkettige Fettsäuren in verschiedensten Geweben – auch in den Lungen – akute und chronische Entzündungsprozesse beeinflussen. So haben Kinder mit einem Darmmikrobiom, das reichlich Butyrat und Propionat produziert, ein deutlich geringeres Asthmarisiko.
Darüber hinaus könnte das Darmmikrobiom auch für Menschen mit Lungenerkrankungen ein Ansatzpunkt für die Behandlung sein. Dieses lässt sich in gewissem Maß verändern, etwa durch gezielte Probiotika, sogenannte Präbiotika („Bakterienfutter“) und fäkalen Stuhltransfer. Erste Studien weisen darauf hin, dass gezielt eingesetzte Probiotika bei Kindern mit Asthma die Symptome positiv beeinflussen können.
Noch reicht die Datenbasis für allgemeine Empfehlungen zu standardisierten Mikrobiom-Therapien bei Lungenerkrankungen nicht aus. Doch möglicherweise können etwa Probiotika und Präbiotika in Zukunft die Behandlung von Mukoviszidose, Asthma und anderen Erkrankungen sinnvoll ergänzen oder ein bakterielles Immuntraining vor schweren Atemwegsinfekten schützen. Und auch die Ernährung spielt eine Rolle, um das Mikrobiom zu stärken: So ist bekannt, dass sich Butyrat produzierende und somit anti-entzündlich wirkende Bakterien bei einer faserreichen pflanzlichen Ernährung besonders wohlfühlen.
Aus dem Stiftungsleben
Sponsoring: Unser Beitrag zu mehr Sichtbarkeit
Sichtbarkeit, öffentliche Aufmerksamkeit und Awareness für chronische Lungenerkrankungen helfen uns, Medizin und Wissenschaft, mit Unterstützung der breiten Öffentlichkeit für eine Welt ohne tödliche Lungenkrankheiten zu kämpfen. Aus diesem Grund hat die Stiftung AtemWeg in diesem Jahr die Teilnahme von Forschenden des Helmholtz Zentrum München am Münchner B2Run mit einem Sponsoring finanziell unterstützt—und das mit großem Erfolg und begeistertem Feedback!
Ausschreibung: Der Journalistenpreis der Stiftung AtemWeg geht in die 7. Runde: Beiträge können noch bis 28. Februar 2024 eingereicht werden
Eine schwere Lungenkrankheit kann jeden treffen. Als gesunder Mensch hat man keine Vorstellung davon, wie es sich anfühlt, wenn jeder Atemzug zur Qual wird. Mit der regelmäßigen Ausschreibung ihres Journalistenpreises setzt sich die Stiftung Atemweg mit finanzieller Unterstützung der Asklepios Fachkliniken München-Gauting dafür ein, die Lunge ins öffentliche Bewusstsein zu holen.
Patienten, die an einer chronischen Lungenkrankheit leiden, erleben bei jedem Atemzug: Ihre Krankheit schnürt ihnen buchstäblich die Luft ab. Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit beispielsweise ist mittlerweile die dritthäufigste Todesursache weltweit. Trotzdem sind das Wissen und die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit um Lungenkrankheiten um einiges geringer, wie das zum Beispiel bei den Herz-Kreis- lauferkrankungen der Fall ist.
Nur die wenigsten wissen, mit welchen simplen Maßnahmen sie ihr sensibelstes Organ schützen und einer schweren Erkrankung vorbeugen können. Aufklärung kann Leben retten.
Mit der regelmäßigen Ausschreibung ihres Journalistenpreises setzt sich die Stiftung Atemweg mit finanzieller Unterstützung der Asklepios Fachkliniken München-Gauting dafür ein, die Lunge ins öffentliche Bewusstsein zu holen. So kann eine breite Unterstützung für weitere Forschungsarbeiten geschaffen werden, die immer bessere Therapiemöglichkeiten für die Patienten entwickeln. So können wir Leiden lindern und den Lungenkrankheiten ihren Schrecken nehmen.
Der Journalistenpreis der Stiftung Atemweg wurde 2014 ins Leben gerufen und bisher sechs Mal vergeben. Unter den Preisträgern der vergangenen Jahre waren unter anderem Beiträge aus den Magazinen und Tageszeitungen „Die Zeit“, „GEO Magazin“, „SZ Magazin“, der Fernseh- und Podcastformate des SWR, NDR oder des Bayerischen Rundfunks sowie, erstmals in 2022, die österreichische Tageszeitung „Der Standard“.
Der Preis zeichnet Berichterstattung in den breiten Publikumsmedien aus. Bewerben können sich Journalisten und Redaktionsteams (unter Angabe aller Autoren) und freie Autoren aus den folgenden Medienbereichen: Print (Zeitungen, Zeitschriften), Elektronische Medien (Audio-visuelle Online-Beiträge, Blog-Beiträge), Audio (Hörfunk, Podcasts), Fernsehen, Fotografie (Fotoreportagen). Einsendeschluss ist der 28.02.2026. Weitere Informationen zur Ausschreibung sind unter www.stiftung-atemweg.de zu finden.





